Wie Sie Visualisierungen mit den Hichert SUCCESS Rules sofort verständlich machen

Für die Gestaltung von erfolgreichen und aussagekräftigen Visualisierungen ist es sehr effektiv, die Regeln von Dr. Rolf Hichert (SUCCESS Rules) anzuwenden.

Bei der Auswahl eines Analysetools empfiehlt es sich deswegen darauf zu achten, ob dieses Tool mit der Hichert®IBCS-Zertifizierung ausgezeichnet wurde.
Diese bestätigt, dass die visuellen Analysen den internationalen Standards für visuelles Design und Benutzerfreundlichkeit entsprechen.

Bei dem Begriff SUCCESS geht es nicht nur darum, dass diese Regeln, wie der Name schon sagt, Erfolg versprechen. Vielmehr steckt hinter jedem einzelnen Buchstaben ein Leitsatz. Im Folgenden erklären wir diese Regeln anhand von Beispielen mit Hilfe des zertifizierten Analysetools Tableau 10.

S – Say it
U – Unify it
C – Condense it
C – Check it
E – Express it
S – Simplify it
S – Structure it

Der wichtigste Punkt, der überlegt werden muss, ist die Botschaft. Denn ein Bericht, der nichts zu berichten hat, ist unnötig. Deswegen ist beim Aufbau eines Berichts darauf zu achten, sich von Beginn an mit der Botschaft der Visualisierungen – Say it – auseinander zu setzen.
Bei Anwendung der Regel Unify it sollte man sich bemühen, die Inhalte auf den Dashboards zu vereinheitlichen. Das heißt, Bezeichnungen, Farben und Formen sollten einheitlich dargestellt werden. Das beste Beispiel sind Farben. Es wird davon abgeraten, Farben ohne Bedeutung zu verwenden. Im folgenden Beispiel wird genau dieser Punkt sichtbar:

Abb. 1: Unify it - schlechtes Beispiel

Abb. 1: Unify it – schlechtes Beispiel

In diesem Dashboard wird dreimal der Umsatz dargestellt. Es besteht aber keinerlei Konsistenz bei der Farbgebung und der Bedeutung hinter den Farben. Sinnvoller wäre es, verschiedene Farben für verschiedene Elemente einer Dimension zu vergeben. Dieses Schema wird dann im gesamten Bericht fortgeführt. Das Ganze könnte dann so aussehen:

Umsatzanalyse-gutes BeispielCondense it befasst sich hauptsächlich mit der Informationsdichte der Schaubilder. Um diese zu erhöhen, bietet es sich an, weitere Daten mit in die Visualisierung aufzunehmen. Ein Beispiel dazu können Sie hier sehen:

Abb. 3: Condense it - schlechtes Beispiel

Abb. 3: Condense it – schlechtes Beispiel

Die obige Visualisierung zeigt den zeitlichen Verlauf des Umsatzes über die Quartale hinweg. Da diese Information nicht aussagekräftig dargestellt werden kann, bedient man sich in der unteren Abbildung einer höheren Informationsdichte, indem man nicht den Verlauf über die Quartale, sondern den Verlauf über die Monate betrachtet.

Abb. 4: Condense it - gutes Beispiel

Abb. 4: Condense it – gutes Beispiel

Um auch Hicherts Regel Check it anzuwenden, sollte man bei den Visualisierungen darauf achten, dass geeignete Diagrammtypen für die jeweilige Fragestellung verwendet werden. Ein Beispiel hierfür ist die Darstellung des zeitlichen Verlaufs. Ungeeignet wäre in diesem Fall ein Kreisdiagramm. Optimal für die Darstellung von Verläufen sind Liniendiagramme. Ein weiterer wichtiger Punkt, vor allem bei der Verwendung von Doppelachsen, sind einheitliche Achsenskalierungen, d. h. es gibt zwei unterschiedliche Darstellungsarten in einer Visualisierung. In diesem Beispiel zeigen die Balken den Umsatz im jeweiligen Kundensegment, die Punkte stellen die Herstellungskosten dar.

Abb. 5: Check it - schlechtes Beispiel

Abb. 5: Check it – schlechtes Beispiel

In der obigen Abb. 5 wird der Eindruck erweckt, dass die Herstellungskosten ungefähr dem Umsatz entsprächen. Dies würde für ein Unternehmen allerdings ein großes Problem darstellen. Wenn man das Ganze aber näher betrachtet, fällt die unterschiedliche Skalierung der Achsen auf.

Abb. 6: Check it - gutes Beispiel

Abb. 6: Check it – gutes Beispiel

Durch eine Synchronisation der beiden Achsen (Abb. 6) ergibt sich auf der unteren Visualisierung ein anderes Bild, das den Vergleich der beiden verwendeten Kennzahlen richtig abbildet.

In seiner Express it Regel geht es Hichert um die Glaubwürdigkeit der Darstellungen. Dazu zählt auch die Tatsache, dass unpassende Visualisierungen, die einen Zusammenhang schlecht bzw. gar nicht vermitteln, ersetzt werden. Ein gutes Beispiel dafür stellt das folgende Kreisdiagramm dar:

Abb. 7: Express it – schlechtes Beispiel

Es ist intuitiv schlecht erkennbar, welche Ausprägungen der Größenverhältnisse hier vorliegen. Dies liegt unter anderem daran, dass zu viele Dimensionselemente dargestellt werden.

Eine bessere Möglichkeit wäre die Darstellung dieser Ausprägungen in einer Baumkarte. Diese Darstellungsform scheint zwar auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig, weist aber einige Vorteile gegenüber der Kreisdiagrammdarstellung auf:

Abb. 8: Express it - gutes Beispiel

Abb. 8: Express it – gutes Beispiel

Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, weitere Dimensionen und Kennzahlen in diese Ansicht hinzuzufügen. Auch die Anordnung der einzelnen Elemente ist hier von Vorteil, denn diese funktioniert immer nach demselben Schema. Der größte anteilige Bereich ist der Bereich links oben, gefolgt vom zweitgrößten Bereich darunter.

Um bei den erstellten Visualisierungen keine unnötigen Ablenkungen zu schaffen, gibt es die Regel Simplify it. Hintergrund ist dabei, dass Unverständlichkeiten, Doppeldeutigkeiten und verwirrende Details vermieden werden sollen. Ziel ist also die Umsetzung eines klar strukturierten Layouts ohne unnötige Komponenten.

Ein gutes Beispiel für diese Regel ist die Darstellung einer Texttabelle. Abbildung 9 zeigt eine gewöhnliche tabellarische Form, die jedoch mit Schattierungen hinterlegt ist.

Diese Darstellung ist jedoch aufgrund seines Aufbaus sehr unübersichtlich. Verbessert werden kann das Ganze, indem das Layout dieser Tabelle angepasst wird wie in Abbildung 10.

Abb. 9: Simplify it: schlechtes Beispiel

Abb. 9: Simplify it: schlechtes Beispiel

Abb. 10: Simplify it - gutes Beispiel

Abb. 10: Simplify it – gutes Beispiel

Durch Layout-Anpassungen wurde dem Ganzen eine klare Struktur gegeben und die wichtigsten Eckpunkte hervorgehoben. Der direkte Vergleich zeigt einen deutlichen Unterschied in der Übersichtlichkeit der beiden Tabellen, die exakt dasselbe abbilden.

Um alle erstellten Visualisierungen zu vereinheitlichen, sollte man sich an der Regel Structure it orientieren. Diese beinhaltet logische Strukturen und homogene Elemente.

Abb. 11: Structure it - schlechtes Beispiel

Abb. 11: Structure it – schlechtes Beispiel

Abb. 12: Structure it - gutes Beispiel

Abb. 12: Structure it – gutes Beispiel

Es sollten, wie in den oberen Darstellungen aufgezeigt, für Symbole, die denselben Hintergrund betrachten, einheitliche Darstellungsweisen verwendet werden. Und bei Hierarchien sollte darauf geachtet werden, dass diese ausschöpfend sind. So besteht beispielsweise die Welt nicht nur aus Amerika, Europa und Asien.

Dieser kurze Überblick über die Hichert SUCCESS Rules soll es Ihnen erleichtern, gute Visualisierungen selbst zu erstellen. Letztendlich hilft die Berücksichtigung der Hichert Rules uns und unseren Kunden bei der täglichen Arbeit mit Dashboards enorm. Diese kleinen Kniffe wollten wir Ihnen nicht vorenthalten. Auf der Hichert Seite finden Sie mehr Informationen zu den Regeln. Hier können Sie Tableau 10 downloaden, um eigene Dashboards zu kreieren. Unser Team hilft Ihnen bei Fragen sehr gerne weiter.